Vor ein paar Tagen bin ich unterwegs gewesen mit dem Fahrrad, der Boden war auf bestimmten Teilen oder Strecken gefroren, es war aber aufgrund des dämmrigen Lichtes nicht deutlich erkennbar. Ich wußte nicht, daß dieser Weg mein Vertrauen testen würde.

Auf der Strecke vom Waldheim Göppingen nach Bartenbach, wo man mit dem Fahrrad offiziell erlaubt gegen die Fahrtrichtung fahren darf, bin ich nach dem Besuch in „meinem“ Wald den Berg herunter gefahren. Auf der offenen Strecke war der Asphalt mit Reif überzogen. Als ich dies merkte, war es schon fast „zu spät“.

Im unbewußten Glauben, daß es etwas helfen möge, und mir dessen bewußt, daß wenn ich zu stark die Vorderbreme benütze, oder hinten zu sehr bremse, betätigte ich äußerst vorsichtig die Bremsen. Ich hatte Angst. Aber etwas in mir war stärker.  Mein inneres Kind sagte „Herrgott hilf“ – bei Angst oder Wut, auch in leidenschaftlichen Momenten fällt man in seine Ursprungs- oder Kindersprache zurück – und glaubte irgendwie, daß dies zusammen mit feinfühligem Bremsen helfen möge.

Das Entscheidende war das Wort „irgendwie“. „Irgendwie“ baut eine Brücke zum Möglichen, weil dann der Verstand bzw. unsere Vorstellung nicht mehr blockieren kann, und loslässt, denn eine unbekannte Lösung für ein Problem können wir uns irgendwie vorstellen. Dazu braucht es keine Details. Wir können vertrauen.

Und genau, irgendwie bin ich dann auch zum Halten gekommen, mir war auch trotz der kalten Temperaturen um den Gefrierpunkt warm geworden, aber zugleich war ich auch sehr dankbar dafür (bin ich immer noch), daß meine Nase oder andere Körperorgane von einer unliebsamen Bekanntschaft mit dem Asphalt verschont wurden. Weiter unten, als es ebener war, stieg ich wieder auf mein Fahrrad.

Das Schöpferische an diesem Vorgang war das „irgendwie“, die Besinnung auf das Jetzt im Bremsen, und das unbewußte bis bewußte Wissen, daß es irgendwie gut gehen kann und sogar wird.  Das Gefühl, daß eine höhere Macht für mich da war im Moment, unterstützte mich dabei. Ich vertraute aufs Göttliche.

Das Leben verläuft leichter, wenn wir uns und Gott – was auch immer das ist – vertrauen. Und das dürfen wir jeden Tag in neuen, z. T. unbekannten Bereichen beweisen. Manchmal brauchen wir andere, welche uns dabei unterstützen oder fördern, mehr Vertrauen zu haben.

 

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